
Wie entsteht wissenschaftliche Neugier? Und was braucht es, damit aus Interesse eine akademische Laufbahn wird? Antworten auf diese Fragen gab die 25. Schnupper Uni der Universität Bonn. Rund 225 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 10 bis 13 nutzten die Gelegenheit, einen Tag lang Forschung aus erster Hand zu erleben – praxisnah, interaktiv und im direkten Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Die Schnupper-Uni ist Teil der strategischen Nachwuchsförderung der Universität Bonn. Ziel ist es, jungen Frauen frühzeitig Einblicke in MINT-Studiengänge zu ermöglichen, Zugänge zu schaffen und Hemmschwellen abzubauen. Mitorganisiert wurde das Format von Dr. Felix Jonathan Boes (Institut für Informatik IV), Gleichstellungsbeauftragter der Informatik und ebenfalls mit dem Lamarr-Institut verbunden. Gemeinsam stehen die Informatik der Universität Bonn und das Lamarr-Institut für eine aktive Gleichstellungsarbeit und die gezielte Förderung von Diversität in den MINT-Fächern. Gerade in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern entscheidet häufig die Sichtbarkeit von Vorbildern darüber, ob ein Studieninteresse tatsächlich weiterverfolgt wird.
Wissenschaftliche Exzellenz trifft Outreach: Impuls von Prof. Dr. Lena Funcke
Einen zentralen Akzent setzte Lena Funcke, Clausius-Professorin im Transdisziplinären Forschungsbereich Matter der Universität Bonn und Associated Principal Investigator am Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz. In ihrer Eröffnungsrede sprach sie über ihren eigenen Weg in die theoretische Physik, über interdisziplinäre Forschung zwischen Quantenfeldtheorie und datengetriebenen Methoden – und über die Bedeutung von Zugang und Ermutigung.
Funcke beschrieb, dass wissenschaftliche Karrierewege zwar selten geradlinig verlaufen, aber immer von Neugier, Beharrlichkeit und inspirierenden Begegnungen geprägt sind. Gerade Formate wie die Schnupper-Uni könnten entscheidende Impulse setzen: „Access creates ambition“ – Zugang schafft Ambition.
Forschung erlebbar machen – Nachwuchs gezielt stärken
In Workshops zu Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften erlebten die Teilnehmerinnen Forschung als aktiven Prozess: programmieren, experimentieren, Modelle entwickeln und Ergebnisse diskutieren. Genau hier setzt nachhaltige Talentförderung an. Formate wie die Schnupper-Uni verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit gezielter Outreach-Arbeit und stärken Selbstwirksamkeit sowie Studienorientierung gleichermaßen.
Für das Lamarr-Institut ist dieses Engagement Ausdruck eines erweiterten Forschungsverständnisses: Exzellente Wissenschaft entfaltet Wirkung, wenn sie sichtbar wird, Zugänge schafft und die nächste Generation von MINT-Talenten frühzeitig einbindet.