Grace Hopper Preis für zuverlässigere Maschinelle Übersetzungen

Muskaan Chopra hält vor einem Gebäude der Universität Bonn ihre Urkunde zum Grace-Hopper-Preis, begleitet von ihren Betreuern Prof. Dr. Rafet Sifa und Dr. Lorenz Sparrenberg.
Grace-Hopper-Preisträgerin Muskaan Chopra mit ihren Betreuern Prof. Dr. Rafet Sifa und Dr. Lorenz Sparrenberg an der Universität Bonn; Foto: Maximilian Waidhas, Universität Bonn. © Max Waidhas/ Uni Bonn

Muskaan Chopra gehört zu den diesjährigen Preisträgerinnen des Grace-Hopper-Preises des Instituts für Informatik der Universität Bonn. Die Auszeichnung wurde am 26. Juni 2026 im Rahmen des Informatik-Sommerfests verliehen. Chopra untersuchte in ihrer Masterarbeit, wie kompakte KI-Modelle schwerwiegende Fehler in maschinellen Übersetzungen erkennen können. Die Arbeit entstand im Hybrid Machine Learning Lab unter Betreuung von Prof. Dr. Rafet Sifa und Dr. Lorenz Sparrenberg und ist eng mit der Forschung am Lamarr-Institut verbunden.

Kleine Sprachmodelle erkennen flüssig klingende Übersetzungsfehler

Automatische Übersetzungen können sprachlich überzeugend wirken und dennoch die Aussage des Ausgangstextes verändern. So kann bereits eine falsch übertragene Verneinung eine medizinische Empfehlung oder eine technische Anweisung ins Gegenteil verkehren. Chopra erforschte, ob kleine, lokal einsetzbare Sprachmodelle solche kritischen Fehler zuverlässig identifizieren können. Dabei analysierte sie unter anderem, wie Modellgröße, gezielte Anpassung und Quantisierung die Ergebnisse beeinflussen. Bei der Quantisierung werden die Zahlenwerte innerhalb eines KI-Modells mit geringerer Genauigkeit gespeichert. Dadurch sinken Speicherbedarf und Rechenaufwand, zugleich kann sich jedoch die Leistungsfähigkeit des Modells verändern. Die Forschung verbindet damit Fragen der Zuverlässigkeit mit dem ressourcenschonenden Einsatz von KI. Ergebnisse wurden in Zusammenarbeit mit dem Lamarr-Institut auf den internationalen Konferenzen IEEE BigData 2025 und ECIR 2026 veröffentlicht. Chopra wird ihre wissenschaftliche Arbeit als Doktorandin fortsetzen.

Wissenschafsnachwuchs untersucht verlässliche KI unter Realbedingungen

Der Grace-Hopper-Preis wird jährlich vom Institut für Informatik und der Bonner Informatik-Gesellschaft an Studentinnen vergeben. Ausgezeichnet werden sehr gute Studienarbeiten und maßgebliche Beiträge zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Der nach der US-amerikanischen Informatikpionierin Grace Hopper benannte Preis soll wissenschaftliche Leistungen von Studentinnen sichtbar machen und den Mut zu neuen Forschungswegen stärken.

Zu den weiteren Grace-Hopper-Preisträgerinnen gehörten Carla Münnich und Yasmin Schmiede. Schmiedes ausgezeichnete Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie mobile Roboter gesuchte Gegenstände auch in veränderlichen oder teilweise verdeckten Umgebungen finden können. Leif van Holland erhielt den Best Poster Award und ein Sonderpreis würdigte zudem sechs von Prof. Dr. Matthew Smith betreute Abschlussarbeiten zur DARPA Artificial Intelligence Cyber Challenge. Darin untersuchten die Studierenden unter anderem, wie Sprachmodelle und weitere KI-Verfahren bei der automatisierten Erkennung und Analyse von Software-Schwachstellen eingesetzt werden können. Die ausgezeichneten Arbeiten greifen damit eine zentrale Frage der Lamarr-Forschung aus unterschiedlichen Perspektiven auf: Wie lassen sich lernende Systeme entwickeln, die auch mit begrenzten Ressourcen, in dynamischen Umgebungen und bei sicherheitskritischen Aufgaben verlässlich arbeiten?

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