
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Medizin der Zukunft? Welche Rolle spielt sie bei gesellschaftlichen Herausforderungen wie Bildung, Pflege oder dem Umgang mit Naturgefahren? Diesen Fragen widmete sich die 15. Bonner Wissenschaftsnacht am 21. und 22. Mai 2026 unter dem Motto „Diagnose: Zukunft“. Das Motto knüpfte an das Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“ an und richtete den Blick zugleich auf technologische Entwicklungen, die weit über den Gesundheitsbereich hinausreichen. Hochschulen, Forschungsinstitute und wissenschaftliche Einrichtungen aus der Region präsentierten auf dem Bonner Münsterplatz aktuelle Forschung und luden zum direkten Austausch mit der Öffentlichkeit ein.
Mit einem gemeinsamen KI-Zelt beteiligten sich das Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz, das Institut für Informatik der Universität Bonn, das Bonn-Aachen International Center for Information Technology (b-it) sowie das Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS an der Veranstaltung und demonstrieren, wie Künstliche Intelligenz bereits heute in Medizin, Bildung, Umweltforschung und Robotik eingesetzt wird.
Zu den präsentierten Exponaten gehörte der Telepräsenzroboter PRIVATAR aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Maren Bennewitz, der chronisch kranken Kindern die Teilnahme am Unterricht aus der Ferne ermöglicht. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hermann Blum zeigte aktuelle Forschung zur Haushaltsrobotik. Mit RiverMamba präsentierte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jürgen Gall ein KI-System zur Vorhersage von Hochwasserereignissen, während die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Schultz Einblicke in KI-gestützte Verfahren zur Analyse medizinischer Bilddaten und chirurgischer Videos gab.



Copyright: Max Waihas/ Uni Bonn
Schulklassen im Austausch mit Forschenden
Für das Lamarr-Institut erwiesen sich insbesondere die Besuche zahlreicher Schulklassen am Freitagvormittag als Höhepunkt der Veranstaltung. An den Exponaten kamen Schülerinnen und Schüler direkt mit Forschenden ins Gespräch und diskutierten über aktuelle Entwicklungen, Einsatzmöglichkeiten von Robotern im Alltag und über gesellschaftliche Auswirkungen datengetriebener Technologien.
Gerade die unmittelbare Begegnung mit den Demonstratoren zeigte, wie Formate wie die Wissenschaftsnacht dazu beitragen können, aktuelle Forschung greifbar zu machen und junge Menschen frühzeitig für Informatik, Robotik und Künstliche Intelligenz zu begeistern.
Dialog über die Zukunft des KI-Standorts Bonn
Auch der Besuch einer politischen Delegation der Stadt Bonn am Freitagnachmittag bot Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen der KI-Forschung am Standort Bonn zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die präsentierten Anwendungen aus Medizin, Robotik und Umweltforschung sowie deren Bedeutung für gesellschaftliche Zukunftsfragen. Besonders die Beiträge aus der medizinischen Bildanalyse und der Mensch-Roboter-Interaktion knüpften an aktuelle Entwicklungen der High-Tech-Agenda an, in der der Bereich Health als wichtiger Bestandteil integriert wurde.
