KI in der Industrie: Integration entscheidet über Wertschöpfung

Prof. Dr. Katharina Morik spricht in einem Interview im Robotics Lab der Informatik der Universität Bonn und gestikuliert mit den Händen.
Prof. Dr. Katharina Morik im Interview im Robotics Lab der Informatik der Universität Bonn zur Rolle von KI in der Industrie. © ARD PlusMinus

Der aktuelle Beitrag des ARD-Wirtschaftsmagazins PlusMinus zeigt: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der deutschen Industrie nimmt zu, bleibt in der Breite jedoch hinter den vorhandenen Möglichkeiten zurück. Als zentrale Herausforderungen werden unter anderem der Zugang zu geeigneten Daten, der Bedarf an qualifizierten Fachkräften sowie strukturelle Hürden in Unternehmen genannt. Diese Beobachtung verweist auf eine zentrale Phase der technologischen Entwicklung: den Übergang von der Verfügbarkeit leistungsfähiger KI-Verfahren hin zu ihrer systematischen Integration in industrielle Wertschöpfungsprozesse.

Aus Sicht der KI-Forschung verschiebt sich damit der Fokus der Debatte

Die grundlegenden Methoden – etwa im Bereich des maschinellen Lernens, der datengetriebenen Prozessoptimierung oder der automatisierten Qualitätskontrolle – sind weit entwickelt und in vielen Anwendungsfeldern erprobt. Auch die wissenschaftliche Expertise und das notwendige Fachwissen sind grundsätzlich vorhanden, so Prof. Dr. Katharina Morik, Gründungsdirektorin des Lamarr-Instituts für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz. Entscheidend sei nun, wie konsequent Unternehmen KI in ihre Prozesse integrieren. Dies betrifft insbesondere die Einbindung von KI in bestehende Systemlandschaften, die Verfügbarkeit und Qualität von Daten entlang der gesamten Prozesskette sowie die Anpassung organisatorischer Strukturen. KI-Anwendungen entfalten ihren Nutzen in der Regel nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mehrerer Prozessschritte, etwa wenn Daten aus Produktion, Logistik und Qualitätssicherung miteinander verknüpft und gemeinsam ausgewertet werden.

Entsprechend erfordert der Einsatz von KI nicht nur technologische Lösungen, sondern auch Investitionen in Dateninfrastrukturen, Prozessanpassungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent es gelingt, vorhandene KI-Technologien in die Breite der industriellen Anwendung zu überführen und ihre wirksame und nachhaltige Integration in bestehende Wertschöpfungssysteme.

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