{"id":2688,"date":"2023-07-07T15:23:34","date_gmt":"2023-07-07T15:23:34","guid":{"rendered":"https:\/\/lamarr-institute.org\/2023\/07\/07\/lamarr-wissenschaftler-gewinnen-internationalen-quantum-hackathon\/"},"modified":"2024-11-28T09:01:50","modified_gmt":"2024-11-28T09:01:50","slug":"lamarr-wissenschaftler-gewinnen-internationalen-quantum-hackathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/news\/lamarr-wissenschaftler-gewinnen-internationalen-quantum-hackathon\/","title":{"rendered":"Lamarr-Wissenschaftler gewinnen internationalen Quantum Hackathon"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende entschied die Jury, dass sich die Teams aus Deutschland und Singapur den ersten Platz im internationalen Quantum Hackathon teilen. Angetreten waren zehn Teams, die jeweils eine reale Problemstellung aus einem gesellschaftlich oder wirtschaftlich relevanten Anwendungsszenario mit den Methoden des Quantum Computing l\u00f6sen mussten. Sieger waren die Lamarr-Wissenschaftler Thore Gerlach und David Biesner, die Forscher Stelios Emmanouilidis und Lars D\u00f6pper vom Fraunhofer IAIS sowie Markus Kastner und Stefan Knipp von Thales SIX. Die Deutschen setzten sich im Finale gegen Teams aus Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Kanada durch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Organisiert haben den internationalen Quantum Hackathon der franz\u00f6sische Technologiekonzern Thales und QuantX, eine Alumni-Organisation der \u00c9cole Polytechnique in Paris. Im Rahmen des Wettbewerbs sollte anhand von ausgew\u00e4hlten Anwendungsszenarien die Frage beantwortet werden, wie sich reale Probleme aus Gesellschaft und Wirtschaft schon heute mit Quantum Computing l\u00f6sen lassen. Dazu brachte der Hackathon Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Universit\u00e4ten und Forschungsinstituten mit Expertinnen und Experten f\u00fcr Quantentechnologien aus Unternehmen zusammen. Unterst\u00fctzt wurde der Wettbewerb auch durch Hersteller von Quanten-Hardware.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewonnen hat das deutsche Team mit der L\u00f6sung eines praktischen Problems zum Chipdesign. Konkret ging es um die Optimierung von FPGA, kurz f\u00fcr <strong>F<\/strong>ield <strong>P<\/strong>rogrammable <strong>G<\/strong>ate <strong>A<\/strong>rray. FPGA sind elektronische Bauteile, die inzwischen in vielen Bereichen wie beispielsweise der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Die Vorteile von FPGA im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen integrierten Schaltkreisen sind ein flexibler Einsatz und geringere Entwicklungskosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Flexibilit\u00e4t resultiert aus der M\u00f6glichkeit, die physischen Elemente eines FPGA, die sogenannten Logic Blocks, mithilfe von hardwarespezifischen Programmiersprachen anzuordnen und miteinander zu verbinden. Um m\u00f6glichst leistungsf\u00e4hige FPGA herzustellen, m\u00fcssen die Logic Blocks schon bei der Entwicklung optimal auf dem Chip platziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese komplexe Optimierungsaufgabe zum Chipdesign hat das deutsche Hackathon-Team mithilfe von Quantenalgorithmen gel\u00f6st. Quantenalgorithmen sind f\u00fcr den Einsatz auf Quantencomputern oder deren Simulation geeignet und nutzen Effekte der Quantenphysik. Solche Effekte wie beispielsweise die \u00dcberlagerung oder Verschr\u00e4nkung von Quantenzust\u00e4nden erlauben es, bestimmte Probleme mit Quantencomputern schneller zu l\u00f6sen als mit klassischen Rechnern. Die Kombination von Quantenverfahren und Maschinellem Lernen ist insbesondere f\u00fcr die effiziente L\u00f6sung von Optimierungsaufgaben geeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Wettbewerb hat das Siegerteam Quantenalgorithmen erfolgreich eingesetzt, um f\u00fcr FPGA einzelne Elemente optimal zu platzieren und die L\u00e4nge der Verbindungswege zwischen diesen zu minimieren. Getragen von diesem Erfolg werden die Quanten-Experten aus dem Lamarr-Institut und dem Fraunhofer IAIS nun weiter an ihren Themen forschen und dabei vor allem auch die praktische Anwendung und die Zusammenarbeit mit Unternehmen im Blick behalten. Denn die Entwicklungen der letzten Jahre und insbesondere auch die Ergebnisse des Hackathons haben gezeigt, dass sich Quantum Computing immer mehr von einem theoretischen Forschungskonzept hin zu einem Werkzeug zur L\u00f6sung von aktuellen Herausforderungen der realen Welt entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende entschied die Jury, dass sich die Teams aus Deutschland und Singapur den ersten Platz im internationalen Quantum Hackathon teilen. Angetreten waren zehn Teams, die jeweils eine reale Problemstellung aus einem gesellschaftlich oder wirtschaftlich relevanten Anwendungsszenario mit den Methoden des Quantum Computing l\u00f6sen mussten. Sieger waren die Lamarr-Wissenschaftler Thore Gerlach und David Biesner, die Forscher Stelios Emmanouilidis und Lars D\u00f6pper vom Fraunhofer IAIS sowie Markus Kastner und Stefan Knipp von Thales SIX. 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