{"id":4884,"date":"2023-10-11T07:12:35","date_gmt":"2023-10-11T07:12:35","guid":{"rendered":"https:\/\/lamarr-institute.org\/blog\/mint-facher-fuer-maedchen-und-frauen\/"},"modified":"2025-11-12T14:53:11","modified_gmt":"2025-11-12T14:53:11","slug":"mint-facher-fuer-maedchen-und-frauen","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/blog\/mint-facher-fuer-maedchen-und-frauen\/","title":{"rendered":"Gestalter*innen der Zukunft: MINT-F\u00e4cher entdecken und souver\u00e4n mit digitalen Medien umgehen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das <a href=\"https:\/\/ada-lovelace.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ada-Lovelace-Projekt<\/a> ist das rheinland-pf\u00e4lzische Kompetenzzentrum fu\u0308r Frauen in den Bereichen <strong>M<\/strong>athematik, <strong>I<\/strong>nformatik, <strong>N<\/strong>aturwissenschaften und <strong>T<\/strong>echnik (MINT). Seit einem Vierteljahrhundert macht sich das Projekt stark fu\u0308r eine erfolgreiche, wirkungsvolle und nachhaltige F\u00f6rderung von M\u00e4dchen und Frauen in den MINT-Bereichen. Davon zeugen die zahlreichen und vielf\u00e4ltigen Partner*innen, mit denen das Projekt seit vielen Jahren sehr eng zusammenarbeitet und verbunden ist: Schulen, Hochschulen und Universit\u00e4ten des Landes, regionale Unternehmen, landes- und bundesweite Initiativen und die Landes- und Kommunalpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ziel seit mehr als 25 Jahren ist, M\u00e4dchen und jungen Frauen eine klischeefreie Studien- und Berufswahl zu erm\u00f6glichen und sie zu ermutigen, aktiv ihre Interessen und Talente zu entdecken. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Gleichstellung, Chancengerechtigkeit und Innovation. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Mentoring-Prinzip: Den jungen Frauen werden gleichgesinnte Mentorinnen zur Seite gestellt, die ihnen als Vorbilder dienen. Studentinnen aus MINT-Studieng\u00e4ngen oder Auszubildende technischer Berufe informieren u\u0308ber sich, ihren Studiengang oder Ausbildungsberuf und dienen den Schu\u0308lerinnen als motivierendes Vorbild. Sie laden die M\u00e4dchen und jungen Frauen an die Hochschulen und Universit\u00e4ten und in ihre Betriebe ein, wo sie ihnen auf ansprechende Weise MINT-Themen n\u00e4her bringen. Und nicht wenige bleiben dem Ada-Lovelace-Projekt auf diesem Weg verbunden \u2013 als Teilnehmerin, Mentorin, Alumna und schlie\u00dflich erfolgreiche MINT-Frau. Sie alle tragen das Erbe von Ada Lovelace mit unserem Motto in die Welt: Was ich will, das kann ich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ada-Lovelace-Projekt bietet landesweit sehr viele, sehr unterschiedliche Angebote in den vier MINT-Bereichen an, aus denen die Schu\u0308lerinnen, Studentinnen und Absolventinnen w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Am Projektstandort Universit\u00e4t Koblenz liegt aufgrund der sehr engen Kooperation und Partnerschaft mit der Roberta-Initiative des Fraunhofer Instituts fu\u0308r Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und vor allem aufgrund des gro\u00dfen Informatikfachbereichs an der Universit\u00e4t selbst, ein zentraler und wichtiger Schwerpunkt auf dem \u201eI\u201c (=Informatik) im MINT-Spektrum. Daher bietet das Ada-Lovelace-Projekt an der Universit\u00e4t Koblenz seit nun mehr als 20 Jahren vielf\u00e4ltige Coding- und Programmierworkshops fu\u0308r M\u00e4dchen und junge Frauen ab der Grundschule an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum eine besondere F\u00f6rderung von M\u00e4dchen und Frauen wichtig ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jungen haben bereits beim \u00dcbertritt in die weiterfu\u0308hrende Schule in der Mathematik einen Leistungsvorsprung von 30 Punkten gegenu\u0308ber den M\u00e4dchen. In der Oberstufe steigt dieser auf 50 Punkte an. In den computerbezogenen Kompetenzen gibt es beim \u00dcbertritt keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, erst mit Eintritt in die Oberstufe betr\u00e4gt der Leistungsvorsprung der Jungen 30 Punkte. Dies scheint vor allem an der geschlechterstereotypen Wahl der Leistungskurse zu liegen, die die Unterschiede weiter festigt und einer sp\u00e4teren MINT-Berufs- bzw. Studienwahl im Wege steht (vgl. <a href=\"https:\/\/www.acatech.de\/publikation\/mint-nachwuchsbarometer-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MINT-Nachwuchsbarometer 2022<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Erfahrungen in unserem Projektalltag, aber auch Studienergebnisse zeigen, dass gerade der Einsatz zwischen der 5. und 9. Klasse besonders wichtig ist, denn nachgewiesenerma\u00dfen sinkt gerade in dieser Altersspanne das Interesse an MINT-Themen und das Selbstvertrauen in die eigene MINT-Kompetenz. Die ohnehin schon gro\u00dfen Genderunterschiede verfestigen sich in diesem Zeitraum noch einmal. Erschwerend wirkt sich die sehr unterschiedliche F\u00f6rderung des Technikinteresses von M\u00e4dchen und Jungen aus, die die Genderasymmetrie bei der Wahl technischer Berufe bereits fru\u0308h zementiert (vgl. <a href=\"https:\/\/www.acatech.de\/publikation\/mint-nachwuchsbarometer-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MINT-Nachwuchsbarometer 2015<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Sekundarstufe II ist immens wichtig, denn diese stellt die Weichen fu\u0308r die sp\u00e4tere berufliche Karriere. Die Wahl des Leistungskurses hat sehr oft Auswirkungen auf die Wahl des Studienfachs. Wenn sich die Schu\u0308lerinnen in der Oberstufe fu\u0308r ein MINT-Fach entscheiden, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Beruf im MINT-Bereich in Erw\u00e4gung ziehen (vgl. MINT-Nachwuchsbarometer 2022). Schu\u0308lerinnen, die an diesem Punkt kein MINT-Fach w\u00e4hlen, werden sich auch h\u00f6chstwahrscheinlich nicht mehr fu\u0308r einen entsprechenden beruflichen Weg motivieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem erfolgen in der Regel sogenannte &#8222;negative Selbstattributionen&#8220; seitens der M\u00e4dchen, so dass sie im MINT-Bereich kein oder nur ein eingeschr\u00e4nktes Selbstbewusstsein ob ihrer F\u00e4higkeiten entwickeln. Dies fu\u0308hrt h\u00e4ufig dazu, dass stereotype Genderbilder die Berufs- und Studienwahl so stark beeinflussen, dass MINT-Berufe und -Studieng\u00e4nge, die in der Regel lukrativere Arbeitsverh\u00e4ltnisse und bessere Aufstiegschancen bieten, als reine M\u00e4nnerdom\u00e4nen aufgefasst und daher nicht in Betracht gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lamarr-institute.org\/wp-content\/uploads\/\/OpenRobertaLab-Ada-Lovelace-MINT-Faecher-1-1-1024x512.jpg\" alt=\"- Lamarr Institute for Machine Learning (ML) and Artificial Intelligence (AI)\" class=\"wp-image-31187\" title=\"\"><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mentorinnen des RobertaLab, einer Veranstaltungsreihe zur digitalen Bildung, die vom Ada-Lovelace-Projekt organisiert wird. \u00a9 Stephanie Justrie &#8211; Universit\u00e4t Koblenz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Konzept des Ada-Lovelace-Projekts: Vorbilder und Praxiserfahrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wollen wir ansetzen und mit unserem Projekt M\u00e4dchen und junge Frauen empowern. Neben dem Mentoring-Prinzip ist die Praxiserfahrung ein ganz wesentlicher Ansatz im Ada-Lovelace-Projekt. Das Hands-on-Prinzip zeigt den Teilnehmerinnen, was mit MINT alles m\u00f6glich ist, erm\u00f6glicht schnelle Erfolge und baut so m\u00f6gliche Vorurteile und Hemmschwellen ab. MINT-Themen werden im wahrsten Sinne des Wortes greifbar und erlebbar. Es wird gemeinsam in kleinen Teams und ohne Druck gearbeitet. Hier wird miteinander diskutiert, nach L\u00f6sungen gesucht, getu\u0308ftelt, konstruiert und programmiert. Die Veranstaltungsformate sind vielf\u00e4ltig und finden sowohl im schulischen und als auch im au\u00dferschulischen Kontext, wie z. B. Feriencamps, schulischen Arbeitsgemeinschaften oder au\u00dferschulischen Projekten, statt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Programmieren ist die Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Digitale Medien (Smartphones, Tablets, Apps etc.) begleiten \u2013 seit der Pandemie noch sehr viel intensiver \u2013 Kinder und Jugendliche durch Schule und Alltag. Von klein auf lernen sie diese Ger\u00e4te zu bedienen, h\u00e4ufig ausschlie\u00dflich als Nutzer*innen. Mit den Coding- und Programmierkursen sollen die Kinder ein tieferes Verst\u00e4ndnis fu\u0308r die dahintersteckende Technik bekommen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche m\u00f6glichst fru\u0308h zu digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t zu erziehen und zu den Gestalter*innen der Technik von morgen zu machen. Dies ist umso entscheidender, je st\u00e4rker die stattfindenden<br>Umw\u00e4lzungen durch die fortschreitende Digitalisierung spu\u0308rbar werden und bereits die heutige Gesellschaft vor gro\u00dfe Herausforderungen stellen. Die heutigen Schu\u0308ler*innen werden auf einen v\u00f6llig neuen Arbeitsmarkt treffen. Umso wichtiger ist es, den Kindern bereits am Anfang ihrer Bildungsbiografie die Erfahrung zu erm\u00f6glichen, dass sie Gestalter*innen sein k\u00f6nnen und nicht nur Konsument*innen in der digitalen Welt bleiben mu\u0308ssen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lamarr-institute.org\/wp-content\/uploads\/\/OpenRobertaLab-1-1024x512.jpg\" alt=\"- Lamarr Institute for Machine Learning (ML) and Artificial Intelligence (AI)\" class=\"wp-image-31183\" title=\"\"><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Mikrocontroller \u201eCalliope mini\u201c erlaubt erste Erfahrungen mit der Programmierung. \u00a9 Stephanie Justrie &#8211; Universit\u00e4t Koblenz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell startet an der Universit\u00e4t Koblenz eine neue Runde der sehr beliebten Coding- und Programmierkurse \u201e<a href=\"https:\/\/www.roberta-home.de\/initiative\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R<\/a><a href=\"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/blog\/ki-bildung-grundschule-roberta\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">obertaLab<\/a>\u201c. Digitale Bildung und die F\u00f6rderung eben jener Kompetenzen stehen dabei im Mittelpunkt, angefangen vom souver\u00e4nen Umgang mit dem PC bis zum Einstieg in das Programmieren. Unter der Anleitung erfahrener Mentorinnen werden alle wichtigen und grundlegenden MINT-Kompetenzen spielerisch an 25 Schu\u0308lerinnen der 5.-10. Klassen aus den umliegenden Schulen vermittelt. Dabei wird auch eine frei verfu\u0308gbare graphische Programmierplattform genutzt, die einen einfachen Einstieg in die Programmierung auf Basis der grafischen Programmiersprache NEPO erlaubt. Damit k\u00f6nnen die Teilnehmerinnen beispielsweise den Mikrocontroller Calliope mini oder den EV3-Roboter von Lego Mindstorms programmieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Highlights werden sicherlich die abwechslungsreichen Missionen sein, die die Lego-Roberta auf dem (virtuellen) Mars navigieren l\u00e4sst. Die Teilnehmerinnen werden sich daru\u0308ber hinaus mit dem Weltraum und den Planeten des Sonnensystems, aber auch mit dem Thema \u201eKu\u0308nstliche Intelligenz\u201c auseinandersetzen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lamarr-institute.org\/wp-content\/uploads\/\/OpenRobertaLab-Maedchenfoerderung-1-1024x512.jpg\" alt=\"- Lamarr Institute for Machine Learning (ML) and Artificial Intelligence (AI)\" class=\"wp-image-31185\" title=\"\"><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das RobertaLab bietet einen praktischen Einstieg in die Programmierung von Robotern. \u00a9 Stephanie Justrie &#8211; Universit\u00e4t Koblenz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nicht nur die Schu\u0308lerinnen profitieren. In der Vergangenheit wurden gemeinsam mit der Universit\u00e4t Koblenz (Institut fu\u0308r Psychologie und dem Zentrum fu\u0308r Lehrerbildung) und dem P\u00e4dagogischen Landesinstitut in Rheinland-Pfalz zahlreiche Fortbildungen fu\u0308r Lehrkr\u00e4fte und Lehramtsstudierende angeboten, in denen Programmierkenntnisse vermittelt wurden. Landesweit werden zudem an allen Projektstandorten kontinuierlich Studierende und vor allem Mentorinnen des Ada-Lovelace-Projekts weiterqualifiziert, um die Kurse in den jeweiligen Open Roberta Coding Hubs anbieten zu k\u00f6nnen. \u00dcber die vergangenen Jahre konnten so mehrere hundert Studentinnen als Roberta-Teacher und Scouts ausgebildet werden. Nicht wenige der Mentorinnen gehen nach Ende ihres Studiums in den Schuldienst und tragen u\u0308ber ihren gendersensibilisierten MINT-Unterricht die Idee des Ada-Lovelace-Projekts u\u0308ber viele Schu\u0308ler*innengenerationen weiter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Das Ada-Lovelace-Projekt: <a href=\"https:\/\/www.ada-lovelace.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.ada-lovelace.de<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>MINT-Nachwuchsbarometer 2015 und 2022: <a href=\"https:\/\/www.acatech.de\/publikationen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.acatech.de\/publikationen\/<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Die Open Roberta Initiative: <a href=\"https:\/\/www.roberta-home.de\/initiative\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.roberta-home.de\/initiative\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie werde ich zur Gestalterin der (digitalen) Zukunft? 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