{"id":4247,"date":"2022-08-24T03:59:24","date_gmt":"2022-08-24T03:59:24","guid":{"rendered":"https:\/\/lamarr-institute.org\/blog\/ki-in-medizin-und-pflege\/"},"modified":"2025-11-12T14:52:01","modified_gmt":"2025-11-12T14:52:01","slug":"ki-in-medizin-und-pflege","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/blog\/ki-in-medizin-und-pflege\/","title":{"rendered":"Wie ver\u00e4ndert K\u00fcnstliche Intelligenz die medizinische Pflege und Diagnose?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dario Antweiler, Data Scientist am Fraunhofer IAIS und Experte f\u00fcr Healthcare Analytics, beantwortet, wie K\u00fcnstliche Intelligenz bereits heute die Pflege von Patient*innen und die medizinische Diagnose ver\u00e4ndert, welche Chancen und Risiken KI-Technologien in der Medizin innehaben und was pflegende Personen im Umgang mit K\u00fcnstlicher Intelligenz beachten sollten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"font-size: 18pt;\">Der Einfluss von K\u00fcnstlicher Intelligenz in Medizin und Pflege<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) kann dabei helfen, medizinisches Fachpersonal in ihrem Arbeitsalltag sowie Patient*innen w\u00e4hrend einer Behandlung beiderseits zu unterst\u00fctzen. So helfen KI-Systeme bereits heute dabei, fr\u00fchzeitig Gefahren zu erkennen, wie zum Beispiel ein Risiko f\u00fcr Druckgeschw\u00fcre bei bettl\u00e4gerigen Personen. Sie vereinfachen zudem die Dokumentation der Pflege, unter anderem durch eine intelligente Wunddokumentation per Foto-App und Spracherkennung bei der Anamnese. In einem unserer Forschungsprojekte entwickeln wir eine intelligente Protokollerstellung durch KI-Spracherkennung f\u00fcr den Schockraum, in dem schwerverletzte Patient*innen behandelt werden (\u201eTraumAInterface\u201c). Im Projekt \u201e<a href=\"https:\/\/smarthospital.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SmartHospital.NRW<\/a>\u201c werden mehrere KI-Anwendungen f\u00fcr Krankenh\u00e4user entwickelt, darunter ein automatisierter Arztbriefgenerator. Auch medizinische Diagnosen werden mittlerweile durch K\u00fcnstliche Intelligenz unterst\u00fctzt, in dem zum Beispiel dem \u00e4rztlichen Personal bei der <a href=\"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/ki-in-der-radiologie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Befundung von radiologischen Aufnahmen<\/a> automatisch Bildbereiche mit besonderen Vorkommnissen angezeigt und Befund-Vorschl\u00e4ge gemacht werden. Erg\u00e4nzend kann KI auch bei vielen nicht-medizinischen Prozessen im Gesundheitswesen helfen, wie beispielsweise einer optimierten Personalplanung oder Lieferkettenanalyse in der Logistik. Dadurch ver\u00e4ndern sich viele Bereiche der Diagnostik, Pflege und Therapie von Patient*innen. Einerseits k\u00f6nnen KI-Technologien die Arbeitslast durch gute Vorschl\u00e4ge und sinnvolle Hinweise sowie die Automatisierung von Organisationsaufgaben (zum Beispiel Dokumentation) reduzieren, Missverst\u00e4ndnisse und Fehlern vorbeugen und andererseits neue personalisierte Therapien erm\u00f6glichen. Dar\u00fcber hinaus werden sich durch die Digitalisierung die Aufgaben von Mitarbeitenden ver\u00e4ndern und g\u00e4nzlich neue Jobprofile mit technischen F\u00e4higkeiten entstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"font-size: 18pt;\">Chancen und Risiken des KI-Einsatzes in der Medizin<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Anwendungsfeld Medizin kann die Gesellschaft zun\u00e4chst durch K\u00fcnstliche Intelligenz profitieren, indem KI hilft eine hochqualitative und personalisierte Therapie und Pflege f\u00fcr alle Patient*innen zu gew\u00e4hrleisten. Durch den demografischen Wandel und eine steigende Lebenserwartung wachsen die Patient*innenzahlen stetig an und es mangelt an Personal. Eine sinnvolle Integration von Technologien in den Arbeitsalltag von \u00e4rztlichem und pflegerischem Personal kann mehr Zeit f\u00fcr die direkte Behandlung und Pflege er\u00f6ffnen sowie Kosten im Gesundheitssystem einsparen. Wichtig bei der Integration von KI in medizinische Prozesse ist hierbei die fr\u00fchzeitige Einbeziehung von Anwender*innen in den Entwicklungsprozess. Des Weiteren m\u00fcssen systematische Verzerrungen in den zugrunde liegenden Daten erkannt und vermieden werden. Beispielsweise sollten die Daten geschlechtsspezifisch ausgewogen sein, da mittlerweile klar wird, wie unterschiedlich Erkrankungen und Therapien sich bei M\u00e4nnern und Frauen darstellen k\u00f6nnen. Trainierte KI-Modelle k\u00f6nnen zu diesem Zweck spezifisch auf Fairness getestet werden. Zuletzt muss auch ein blindes Vertrauen gegen\u00fcber Technologien (Automation Bias) durch transparente Erkl\u00e4rungen und Interaktivit\u00e4t mit den KI-Systemen vermieden werden. Sonst k\u00f6nnte dies dazu f\u00fchren, dass wir einer automatischen Empfehlung mehr vertrauen als angemessen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"font-size: 18pt;\">Was gibt es f\u00fcr die zu pflegenden Personen zu beachten?<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patient*innen sollten eingeladen werden, sich an der Entwicklung von KI-Anwendungen aktiv zu beteiligen. KI-Systeme ben\u00f6tigen intensives Feedback von Menschen, die am Ende mit den Anwendungen interagieren sollen. Dadurch werden aktiv abstrakte \u00c4ngste abgebaut, die weiterhin in der Gesellschaft gegen\u00fcber Begriffen wie \u201eAlgorithmus\u201c und \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz\u201c bestehen. F\u00fcr den erfolgreichen Einsatz ben\u00f6tigt es ein informiertes Vertrauen des Menschen gegen\u00fcber der Maschine. Dies wird durch eine transparente Aufkl\u00e4rung durch medizinisches Personal und ein Grundverst\u00e4ndnis f\u00fcr digitale Technologien gew\u00e4hrleistet. Daher sollten breit gef\u00e4cherte Angebote in der Gesellschaft zu sogenannter \u201eDigitaler Gesundheitsbildung\u201c eingef\u00fchrt werden, bei denen Menschen \u00fcber die Vor- und Nachteile aufgekl\u00e4rt werden und damit zu selbstst\u00e4ndigen Einsch\u00e4tzungen bef\u00e4higt werden. Au\u00dferdem muss das medizinische Personal intensiv geschult und auf R\u00fcckfragen seitens der Patient*innen vorbereitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Kooperation mit dem Landesfrauenrat RLP: Dieser Beitrag wirft einen Blick hinter die Kulissen K\u00fcnstlicher Intelligenz in der Medizin und zeigt, wie KI die medizinische Pflege und Diagnose ver\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":4248,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"blog-category":[1416,390,465],"blog-tag":[1447,1480,1526,1595,1454],"class_list":["post-4247","blog","type-blog","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","blog-category-alle-blogbeitraege","blog-category-grundlagen","blog-category-sie-gestaltet-ki","blog-tag-automation-de","blog-tag-deep-learning-de","blog-tag-ki-in-der-medizin","blog-tag-smart-city-de","blog-tag-verzerrung-bias"],"acf":[],"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/4247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/4247\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"blog-category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog-category?post=4247"},{"taxonomy":"blog-tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lamarr-institute.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog-tag?post=4247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}